Die Technik des Windkanals

Was ist ein Windkanal?
Ein traditioneller Windkanal ist ein Instrument das einen horizontalen Luftstrom erzeugt zur Messung von aerodynamischen und aeroakustischen Eigenschaften von Produkten wie z.B. Autos oder Flugzeugen.
Beim Bodyflying ist ein horizontaler Windstrom nicht relevant, deswegen sind die hier angewandten Windkanäle sogenannte Vertikalwindkanäle. Diese besitzen im Gegensatz zu den traditionellen Windkanälen eine vertikale Flugkammer. In der Vergangenheit verwendete man diese Vertikalkanäle als sogenannte "Trudeltürme" in der Luftfahrt. Ab den 60er Jahren fand der Vertikalwindkanal dann die Verwendung im Extremsport zum Bodyflying.
Zum Flug werden keine weiteren Hilfsmittel benötigt. Es werden bis zu 200 km/h Luftgeschwindigkeiten erreicht, was dem freien Fall eines menschlichen Körpers in Bauchlage aus einem Flugzeug entspricht.

Wie ist das möglich?

Ein Vertikalwindtunnel besteht aus:

  • Gebläsen zur Erzeugung des Luftstroms
  • Diffusoren um möglichst gleichmäßige Strömung zu erzeugen
  • eine Düse zur Beschleunigung des Luftstroms
  • Flugkammer.

Ein Optimum ist eine gleichförmige Strömung, die keine Turbulenzen aufweist und kein Lärm verursacht. Dieses Optimum wird durch ein Zusammenspiel dieser Elemente erreicht.
Es wird zwischen zwei Grundsystemen unterschieden:

  • offene Systeme (funktionieren nach dem An- und Absaug Prinzip)
  • geschlossene Systeme (Luft wird rezirkuliert in Ringförmiger Luftführung)

Bei offenen Systemen ist die Luftführung auf beiden Seiten geöffnet, d.h. die Luft wird aus der Umgebung angesaugt und tritt nach oben hin wieder aus. Ein Nachteil solcher Anlagen ist die Wetteranfälligkeit.

Geschlossene Systeme haben diesen Nachteil der Wetteranfälligkeit nicht, da die Luftführung intern ringförmig ist. Die aufgenommene Luftströhmung der Flugkammer vom Diffusor wird wieder dem oder den Gebläsen zurückgeführt. Weitere Vorteile sind die deutlich geringere Lärmbelastung, eine weitaus weniger starke Turbulenzanfälligkeit und eine bessere Energieeffizienz.